Ein guter erster Schritt!

Der BDKJ-Diözesanvorstand Köln begrüßt das Schreiben der deutschen Bischöfe als ersten Schritt. Es bleiben aber noch viele Themen offen, die insbesondere den katholischen Jugendverbänden unter den Nägeln brennen.

Köln. Neun Monate nach dem Nachsynodalen Papstschreiben Amoris Laetitia (AL) haben sich nun die deutschen Bischöfe am 1. Februar 2017 auf ein gemeinsames Wort geeinigt, das „erste Schwerpunkte“ für die Umsetzung in den deutschen Bistümern darstellt.
„Wir sehen, dass viele Themen, die die jungen Menschen in der katholischen Kirche in Deutschland beschäftigen, bei der Synode und im nachsynodalen Schreiben zu wenig oder gar nicht zur Sprache gekommen sind. Beispielsweise voreheliche Beziehungen, der Umgang mit Empfängnisverhütung und nicht heterosexuelle Beziehungen. Auch von den deutschen Bischöfen wird dies in ihrem gemeinsamen Wort nicht thematisiert. Es geht damit nicht auf die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ein“, so Tom Frings, Diözesanvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Erzbistum Köln (BDKJ). Der BDKJ Bundesverband hat auf seiner letzten Hauptversammlung den Beschluss „Zum kirchlichen Umgang mit Liebe und Partnerschaft“ gefasst, der eine Stellungnahme zu diesen Themen fordert.
Auf die Sexualität geht Papst Franziskus direkt ein, jedoch wird sie in Amoris Laetitia auf eine eheliche Partnerschaft zwischen Mann und Frau beschränkt. Die deutschen Bischöfe äußern sich zum Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften in ihrem gemeinsamen Wort zu Amoris Laetitia nicht. Der Papst bekräftigt, dass „jeder Mensch unabhängig von seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden soll“, jedoch schreibt er deutlich, dass es keinerlei Fundament gibt, die Verbindung zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen (AL Nr. 250; 251). „Gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit naturwissenschaftlichen oder theologischen Argumenten abzulehnen ist heute nicht mehr vertretbar.“, sagt Tom Frings. „Wir fordern, dass Kirche ein Ort für Menschen jedweder sexueller Identität ist, wo sich eine neue Haltung der Gleichberechtigung etablieren muss, die sich aus der von Jesus Christus vorgelebten Nächstenliebe ergibt“, merkt der Theologe weiter an und weist auf den  Beschluss „Alle sind willkommen!- Sexuelle Vielfalt & BDKJ“ des BDKJ Diözesanverbandes Köln aus dem Jahr 2015 hin.
Nennenswert ist, dass der Papst die identische Würde von Mann und Frau anspricht und sogar „in der deutlicheren Anerkennung der Würde der Frau und ihrer Rechte ein Werk des Heiligen Geistes“ sieht (AL Nr. 54). „Wir sehen in der nächsten Synode zum Thema Jugend, Glaube und Berufung eine Chance, dass die Themen, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von heute beschäftigen gehört werden. Von den deutschen Bischöfen erwarten wir, dass es nicht bei diesen ersten Schwerpunkten bleibt und Amoris Laetitia noch weiter Einfluss in unsere Pastoral bekommt.“, sagt der BDKJ-Vorsitzende.
„Wir sehen, dass sich hier die Pastoral öffnet und begrüßen die neue Richtung der deutschen Bischöfe in der Frage der Zulassung zu Sakramenten von zivilrechtlich wiederverheirateten Geschiedenen“, so Tom Frings abschließend. Es bleibt also nicht bei einem „kategorischen und irreversiblen Ausschluss von den Sakramenten“, sondern viel mehr bei „differenzierten Lösungen die dem Einzelfall gerecht werden“, so die deutschen Bischöfe.

 

 


– BDKJ Diözesanverband Köln 2016