Was hätte Jesus gesagt? Angehende Geistliche Verbandsleitungen trainieren sich in seelsorgerischer Gesprächsführung

- Bernie Krumbholz führt in den personenzentrierten Ansatz ein
Am 25. September machten sich zehn unerschrockene Geister auf den Weg nach Altenberg, um in die Tiefen der helfenden Gesprächsführung einzutauchen. Für dieses Thema konnten die Seminarleiter Dirk Bingener und Tobias Busche die Beraterin Bernie Krumbholz gewinnen. Die Supervisorin und ausgebildete Gesprächspsychotherapeutin führte die Geister am Samstagvormittag in die personenzentrierte Gesprächsführung nach Carl R. Rogers ein. Für Rogers kommt ein helfendes Gespräch dann zustande, wenn die zuhörende Person auf vier grundlegende Aspekte achtet: Sie muss aktiv zuhören (also ganz beim Gegenüber sein und keine "Ich hatte auch mal so eine Situation…“-Vergleiche einführen), empathisch sein, den Gegenüber wertschätzen und akzeptieren wie er ist und schließlich echt sein, also keine Maske tragen oder Rolle spielen, sondern ihre Emotionen, die im Laufe des Gesprächs in ihr auftreten zeigen.
Am Nachmittag wurde dann in Kleingruppen an Themen und Situationen gearbeitet, die die Geister selbst mitbrachten. Hier reichte das Spektrum von Unsicherheiten bei Bewerbungen bis zu Beziehungsproblemen. In diesem geschützten Rahmen konnten die angehenden SeelsorgerInnen ihr Gesprächsverhalten trainieren und reflektieren. Neben den persönlichen Themen wurden aber auch Rollenspiele durchgeführt. Typische Gesprächssituationen mit Teilnehmenden im Ferienlager wurden angespielt und mögliche Interventionen bei Trauer, Liebeskummer oder auch Heimweh erarbeitet.
Am Sonntag schließlich wurde anhand von Perikopen aus den vier Evangelien das Gesprächsverhalten Jesu analysiert und mit dem Ansatz Rogers verglichen.
"Ich bin überrascht, wie viel ich eigentlich schon kann“, so Teilnehmerin Melanie aus der KJG-Brühl. "Ich glaube es geht einfach darum, dem inneren Kompass zu vertrauen und auch mal nichts zu sagen, sondern einfach nur da zu sein und die Situation auszuhalten.“
Wer sich für diesen Ansatz näher interessiert bekommt weitere Informationen auf den Seiten der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächsführung (GwG e.V.)
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