Hintergründe
Alleinerziehende und Kinder sind in Deutschland überdurchschnittlich, Rentner dagegen unterdurchschnittlich von relativer Armut betroffen – Arbeitslosigkeit und stärkere Lohnspreizung zählen zu den wichtigsten Ursachen für gestiegene relative Armut und Ungleichheit. Vergleichsweise gering ausgeprägt ist in Deutschland dagegen die Langzeitarmut.
Man unterscheidet zwischen relativer und absoluter Armut: relative Armut bedeutet, dass das Haushaltseinkommen, in dem das Kind lebt, unter dem (deutschen) Durchschnittseinkommen liegt. Von absoluter Armut spricht man, wenn Menschen sich lebenswichtige Bedarfsartikel wie beispielsweise Essen nicht leisten können. Eine Aufschlüsselung der unterschiedlichen Arten von Armut und weiterer relevanter Begriffe findest Du hier.
Einem Pressebericht vom 01.09.2009 zufolge, hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die hohe Armutsquote bei Kindern in Deutschland kritisiert. Eltern erhalten in Deutschland mehr staatliche Zuwendung als Eltern in den meisten OECD-Mitgliedsstaaten. Dennoch lebt jedes sechste Kind in Deutschland in relativer Armut.
Vergleiche mit der Situation in anderen (europäischen) Ländern, findest Du unter Dokumente.
Das Kinderhilfswerk der vereinten Nationen (United Nations International Children’s Emergency Fund, UNICEF) wurde kurz nach dem 2.Weltkrieg gegründet, um Kindern in Europa zu helfen. Mittlerweile engagiert sich UNICEF in rund 160 Staaten und leistet humanitäre Hilfe. In Deutschland befaßt es sich unter anderem mit dem Thema Kinderarmut und hat einen Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland herausgegeben. Du findest ihn hier.
Ein konkreteres/beispielhaftes Bild von der Situation armer Kinder und Menschen in Deutschland bekommst Du durch "Armutszeugnisse". Interviews und Erlebnisberichte geben den Schicksalen, die hinter den Zahlen stehen, Gesichter.
N&T 3/2010
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