Frauen in der Kirche!

Die BDKJ-Frauenkonferenz befasste sich in diesem Jahr mit dem brennenden Thema „Frauen in der Kirche“. Den Auftakt machte eine spannende Fishbowl-Diskussion unter dem Motto „Alte Fragen, neue Kämpfe – Frauen leiten katholische Kirche“.

Die BDKJ-Frauenkonferenz befasste sich in diesem Jahr mit dem brennenden Thema „Frauen in der Kirche“. Den Auftakt machte eine spannende Fishbowl-Diskussion unter dem Motto „Alte Fragen, neue Kämpfe – Frauen leiten katholische Kirche“. Zu Gast waren Gabriele Denner (Geistliche Leiterin des BDKJ Rottenburg-Stuttgart und Leiterin des dortigen Bischöflichen Jugendamts), Claudia Lücking-Michel (Vizepräsidentin des ZdK und Generalsekretärin des Cusanuswerk) und Marianne Heimbach-Steins (Professorin für Christliche Sozialwissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Münster). Moderatorin Ute Theisen führte die Frauen durch eine anderthalbstündige lebhafte Diskussion über Führungskultur, Macht und die Zukunftsfähigkeit der katholischen Kirche. Über die Methode des Fishbowl kamen vielfältige Erfahrungen und Wünsche der BDKJ-Frauen und der Gäste zum Ausdruck.

Alle waren sich einig, dass Frauen gleichberechtigte Möglichkeiten der Mitgestaltung in Kirche brauchen, damit sie sich willkommen fühlen. Klar war auch, dass mehr Mitgestaltung durch Frauen ein Gewinn für die Attraktivität der Kirche allgemein wäre.

In der Diskussion zeigten die Frauen verschiedene Fehlentwicklungen in der katholischen Kirche auf. Beispielsweise erklärte Professorin Heimbach-Steins, dass das Thema „Macht“ in kirchlichen Strukturen oftmals tabuisiert werde. Dadurch gebe es in vielen Fällen keine klaren Ansagen. Einige Delegierte berichteten, dass noch im Jahr 2011 in ihren Bistümern keine Ministrantinnen für den Dienst im Dom zugelassen seien. Immer wieder stellten die Frauen Bezüge zur aktuellen Krise der katholischen Kirche her: „Wir wissen derzeit nicht, wie es weitergeht“, sagte Heimbach-Steins. „Werden wir die latente Spaltung der Kirche überwinden oder kommt es zur Spaltung?“.

Aber auch gute Erfahrungen und Instrumente zur Beseitigung von Ungleichzeitigkeiten wurden ausgetauscht. Beispielsweise betonte Lücking-Michels mehrfach die Notwendigkeit von Mentoring-Programmen für junge Frauen in kirchlichen Tätigkeitsfeldern. Eine „gute Erfahrung per se“ verkörperte Gabriele Denner vom BDKJ Rottenburg-Stuttgart, die die vorbildliche Führungskultur in ihrem Bistum hervorhob und den Delegierten viel von der Freude vermittelte, die ein Mitgestalten in Kirche bieten kann. Gabriele Denner fasste zusammen, was die Delegierten bewegte: „Verbände leben Kirche wie ich sie mir wünsche“.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion verabschiedeten die BDKJ-Frauen das Positionspapier "Junge Frauen willkommen? Dialogbeitrag für eine Kirche mit Zukunft". Teile dieses Papiers werden sicherlich in den HV-Antrag zum Dialogprozess einfließen. Amüsantes Detail: Während die Frauen im Goldenen Saal mit Feuereifer um passende Formulierungen rangen, gab es im Innenhof von Haus Altenberg großes Aufsehen: Besuch von Kardinal Meißner, der dort von einer Horde Kinder und Pressemenschen umringt wurde.  

Annika Triller (BDKJ Köln) und Karin Silbe (KLJB) wurden ins Frauenpräsidium gewählt. Sie ergänzen das Team um Sarah Prenger (CAJ), Svenja Kormann (KSJ) und Ursula Fehling (BDKJ-Bundesvorsitzende). Die Frauenkonferenz dankte Moni Kleiser (KLJB) und Irene Porsch (BDKJ Aachen) für die gute Arbeit.

(c) Text und Bild: http://bdkj.posterous.com/53748964?ref=nf#!/