Pressemitteilung
Die Jugendverbände sorgen für geistliche Leitung
Köln (16.11.09). Das Amt der geistlichen Leitung ist in den katholischen Jugendverbänden eigentlich selbstverständlich. Immer öfter jedoch bleibt es unbesetzt. Ein Kurs des BDKJ machte Ehrenamtlichen Mut, sich auf die verantwortungsvolle Aufgabe einzulassen
So unterschiedlich die katholischen Jugendverbände arbeiten, eines haben alle gemeinsam: Die religiöse Dimension spielt bei Ihrer Arbeit eine entscheidende Rolle. Darum gibt es in den Vorständen jeweils eine „geistliche Verbandsleitung“, die sich dem Thema besonders widmet. Viele dieser Ämter sind aber derzeit nicht besetzt. Häufig fehlt den hauptamtlichen Seelsorgern in der Gemeinde die Zeit und viele Ehrenamtlichen fühlen sich der Aufgabe nicht gewachsen. In einer neu konzipierten Schulung bereitete der BDKJ im Erzbistum Köln darum nun elf Männer und Frauen auf das Amt vor. „Wir wollen junge Menschen dazu ausbilden, in besonderer Weise die Jugendverbandsarbeit für die religiöse Dimension des Lebens zu öffnen“, sagt der Leiter der Veranstaltung, Diözesanpräses Pfr. Dirk Bingener. An vier Wochenenden und einer Abendveranstaltung beschäftigten sich die Teilnehmenden mit theoretischen und praktischen Fragen der geistlichen Verbandsleitung.
„Um mit anderen Menschen zu religiösen Themen zu arbeiten, muss man sich erst einmal des eigenen Glaubens gewiss werden“, so Bingener. Zum Einstieg war es darum wichtig, dass die Teilnehmenden offen über ihr Bild von Gott sprachen und sich damit auseinander setzten, wie sehr dieses Bild mit dem der Bibel übereinstimmt. Wichtig war auch der Austausch über die Rolle, die geistliche LeiterInnen im Team wahrnehmen: Stehen sie außerhalb des Geschehens und werden nur dazu gerufen, wenn Hilfe gebraucht wird? Oder leiten sie eine Gruppe wie alle anderen auch und nehmen das Amt als zusätzliche Aufgabe wahr? „Beides hat Vorteile“, sagt Tobias Busche, theologischer Referent beim BDKJ. „Wie die geistlichen Leiterinnen und Leiter ihr Amt ausfüllen ist darum höchst unterschiedlich.“
Die Teilnehmenden lernten Hintergründe der katholischen Liturgie kennen und erarbeiteten dann mögliche Elemente für Gebete und Gottesdienste. „Der theoretische Input war wichtig“, meint Teilnehmer Regís Gierden aus der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) St. Heinrich in Köln-Deutz. „Außerdem habe ich jetzt ein paar handfeste Basics, die ich mit nach Hause nehmen kann.“ Ein wichtiges Mittel für den Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen vermittelte die Psychotherapeutin Berni Krumbholz. Sie führte in das Konzept der personenzentrierten Gesprächsführung nach Carl Rogers ein. Abgerundet wurde die Schulung durch eine Einführung in die wichtigsten Bücher des Alten und Neuen Testamentes. Wie sind die Heilungswunder Jesu zu verstehen, was genau führte zum Todesurteil gegen Jesus und wer war eigentlich Paulus?
Die Teilnehmerin Sabine Schmidt aus der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) zieht positive Bilanz: „Es war genau die richtige Mischung zwischen Wissensvermittlung und Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Ich will jetzt mehr hochhalten, weswegen wir uns ja eigentlich versammeln: unseren Glauben an Jesus Christus.“
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