Pressemitteilung

Der neue Vorstand des Diözesanverbandes Köln (von links nach rechts): Annika Triller, Tobias Agreiter, Sarah Primus, Pfarrer Dirk Bingener

Ein Aufbruch zur Integration

BDKJ-Diözesanverband fasst strategische Beschlüsse

Odenthal-Altenberg (30.11.09). Wer hier lebt, soll sich einbringen dürfen. Der BDKJ im Erzbistum Köln setzt sich dafür ein, dass junge Migrantinnen und Migranten dieses Recht besser wahrnehmen können. Das ist einer der Beschlüsse, die der Verband auf seiner Diözesanversammlung gefasst hat

Die katholischen Jugendverbände im Erzbistum Köln wollen sich in Zukunft verstärkt mit dem Thema Integration befassen. Der Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bietet jungen MigrantInnen Kooperationen bei der Gründung und Entwicklung von eigenen Verbänden und Vereinen an. Diesen Beschluss fasste die BDKJ-Diözesanversammlung am Wochenende auf ihrer jährlichen Sitzung in Altenberg.

Ziel ist es, die Jugendarbeit dieser Gruppen finanziell und personell abzusichern und auszubauen. MigrantInnen sollen damit in ihrem Recht gestärkt werden, aktiv an der Gesellschaft teil zu haben. „Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen dieselben Freiräume erleben dürfen, die auch anderen jungen Menschen zur Verfügung stehen“, sagte die Vorsitzende Annika Triller. Der BDKJ setzt sich außerdem dafür ein, dass die Vereine von jungen MigrantInnen in politische Gremien wie die Stadt- und Kreisjugendringe aufgenommen werden. Der Beschluss trägt der Beobachtung Rechnung, dass die wenigsten MigrantInnen eine verbandliche Heimat innerhalb des BDKJ oder innerhalb anderer bestehender Angebote finden. Die bestehende Kooperation mit dem Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland wird ausgebaut.

Die Jugendverbände reagieren außerdem auf die aktuelle wirtschaftlichen Schieflage und die wachsenden Schwierigkeiten armer Kinder an der Gesellschaft teilzuhaben. Sie fordern, die Einnahmen des Solidaritätszuschlages für die Belange von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. „So, wie die Folgen der politischen Teilung Deutschlands Ursache für die Einführung des Solidaritätszuschlags waren, erleben wir heute, wie Bankenkrise, Klimawandel und Staatsverschuldung die Gesellschaft erneut spalten“, heißt es im Beschluss.

In weiteren Anträgen ging es um die Fortschreibung des Pastoralen Rahmenkonzeptes für die kirchliche Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, Kindermitbestimmung in Pfarrgemeinden und die Herausforderungen für die freiwilligen sozialen Dienste, die durch die Schulzeitverkürzung und Verkürzung des Zivildienstes entstehen.

Die Versammlung entschied auch über ihren Vorstand. Der hauptamtliche Vorsitzende des Diözesanverbandes, Christian Linker, trat nach neunjähriger Amtszeit nicht zur Wiederwahl an. Weihbischof Dr. Heiner Koch würdigte Linkers Arbeit: „Sie haben nicht nur den BDKJ entscheidend geprägt – ohne ihr langjähriges Engagement wäre auch das Erzbistum ärmer.“ Die Versammlung wählte den 26-jährigen Studenten Tobias Agreiter zum neuen hauptamtlichen Vorsitzenden. Agreiter war bislang ehrenamtlicher Vorsitzender des Kölner BDKJ-Stadtverbandes und außerdem Geschäftsführer des Kölner Jugendrings. Die Vorstände Annika Triller und Pfarrer Dirk Bingener wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Die Diözesanversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des BDKJ-Diözesanverbandes.

Die Beschlüsse sind auf der Homepage des BDKJ Diözesanverbandes abrufbar.